
Maltechnik
Jeder Künstler verleiht seinem Schaffen auf individuelle Weise Ausdruck. Das beginnt bei der Wahl des Motivs und endet im konkreten kreativen Prozess mit den ausgesuchten Farben und der persönlichen Malweise. Und genau das ist es, was Maltechniken ausmacht: Die Symbiose aus Farbtechnik, Leinwand und Farbauftrag – also das Was und das Wie. Da jede Farbe verschiedene Maleigenschaften hat, können dank der unterschiedlichen Maltechniken absolut einzigartige Werke entstehen.
Beliebte Maltechniken auf Leinwand
In der Leinwandmalerei haben sich drei Farbtechniken besonders etabliert: Öl, Acryl und Aquarell – inklusive entsprechender Mischtechniken.
4. Mischtechnik
Wie der Name verrät, besteht die Mischtechnik nicht aus einer speziellen Farbtechnik, sondern kann in verschiedenen Varianten zusammengestellt werden. Der Künstler entscheidet individuell nach seinen Vorlieben und der bestmöglichen Umsetzung seines Motivs. Wichtig bei der Mischtechnik ist die richtige Reihenfolge des Farbauftrages: Ölfarben können beispielsweise nur auf Acryl aufgetragen werden – nicht umgekehrt.

Impasto
Als eine der beliebtesten Maltechniken ermöglicht Impasto besonders dicke Farbaufträge in Schichten, die sich vor allem in der Ölmalerei wiederfinden. Doch auch mit Acryl kann der Charakter dieser Malweise gut eingefangen werden: Deutlich erkennbare Reliefstrukturen, die selbst nach dem Trocknen erhalten bleiben.

Primamalerei
Die hohe Kunst der Alla-Prima-Technik verzichtet komplett auf Korrekturen und Schichten. Innerhalb einer Sitzung wird das Gemälde bei der Primamalerei fertiggestellt. Das ist sehr anspruchsvoll und verlangt dem Maler viel ab: Formen, Positionen, Größe, Licht- und Schatteneffekte müssen von Beginn an bedacht werden.

Lasurtechnik
Bei der Lasurtechnik werden bewusst verschiedene Schichten übereinander angelegt. Wichtig dabei: Jede einzelne Schicht muss gut getrocknet sein, bevor die nächste aufgetragen werden kann. Das erfordert Geduld. Doch die durchscheinende Wirkung der transparenten und transluzenten Farbschichten spricht für sich.

Spachteltechnik
Die Spachteltechnik profitiert ebenfalls von mehreren Schichten, die relativ dick mit einem Malmesser aufgetragen werden. Da Acrylfarben im Vergleich zu Ölfarben schnell trocknen und dickere Farbschichten als andere Materialien ermöglichen, sind sie die ideale Wahl. Eine gute Alternative sind Strukturpasten, die für die Spachteltechnik einen möglichst festen Malgrund benötigen.

Nass-in-Nass
Einen Schichtauftrag nutzen Künstler ebenfalls bei der Nass-in-Nass-Technik. Dabei wird jede neue Schicht auf die noch feuchte Farbe der vorhergehenden aufgetragen. Besonders geeignet sind dafür langsam trocknende Ölfarben oder Acrylfarben. Wer schnell arbeitet, kann es auch mit Aquarellfarben probieren.
Unsere Tipps zu Maltechniken auf Leinwand
Nach der Wahl der passenden Farbe stellt sich die Frage, wie das Motiv umgesetzt wird. Hier finden Sie die wichtigsten Grundlagen zur passenden Leinwand und Grundierung.
1. Die richtige Leinwand wählen
Bemalbare Leinwände aus Baumwolle, Leinen oder Mischgewebe eignen sich grundsätzlich für alle Techniken.
Faustregel: Je feiner der Pinselstrich, desto feiner die Leinwandstruktur.
- Grob strukturierte Leinwände: ideal für Impasto und pastose Maltechniken
- Glatte Leinwände: besser für lasierende Farbaufträge und feine Details
2. Grundierung – wann ist sie nötig?
Ob eine Grundierung notwendig ist, hängt von Farbe und Technik ab.
- Acrylfarben: haften auch auf nicht grundierten Malgründen
- Mit Gesso: bessere Haltbarkeit und kontrolliertere Oberfläche
- Öl- und Aquarellfarben:Grundierung erforderlich
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